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NiSV

Kosmetik und Make-Up Schule Schäfer

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Die Ausbildung

NiSV

NiSV – Verordnung zum Schutz gegen die nichtionisierende Strahlung bei der Anwendung am Menschen

Als einer der führenden staatlich anerkannten Berufsfachschulen für Kosmetik in Deutschland möchten wir Sie über die „Verordnung zum Schutz gegen die nichtionisierende Strahlung bei der Anwendung am Menschen“ – kurz NiSV – informieren.

Mit der NiSV-Verordnung, die nach heutigem Stand zum 31.12.2020 in Kraft tritt, regelt der Gesetzgeber die Anwendung von Geräten, die unter anderem Kosmetiker/Innen in ihrem täglichen Arbeiten einsetzen. Im Vordergrund steht der Schutz der behandelten Menschen, also Ihrer Kunden, aber auch der Schutz Dritter, also Ihr persönlicher Schutz.

Kein Kosmetik-Gerät wird durch die NiSV verboten

Wichtig für uns Kosmetiker/Innen ist: kein einziges Kosmetik-Gerät wird durch die VO verboten! Nach der NiSV dürfen allerdings einige wenige Geräteanwendungen ab dem 31.12.2020 nur noch von approbierten Ärzten durchgeführt werden. Andere von der Verordnung (VO) betroffene Technologien setzen Fortbildungsmaßnahmen voraus. Konkretisierungen hinsichtlich des Erwerbs der Fachkunde und der zuständigen Stellen für Geräteanmeldungen gibt es zur Zeit noch nicht.

Die über 600 Seiten umfassende NiSV-Verordnung betrifft auf 9 Seiten konkret das Arbeitsgebiet der Kosmetik. Wir versuchen Ihnen die wesentlichen Inhalte der Verordnung (VO) kompakt erklären. Dabei weisen wir Sie darauf hin, dass unsere Stellungnahme keine Rechtsberatung darstellt und ohne Gewähr erfolgt.

Welche Geräte sind von der NiSV betroffen:

Ultraschall
Schallintensitäten von mehr als 50 Milliwatt pro qcm am Auge oder mehr als 100 Milliwatt am übrigen Körper

Laser
Laser verschiedener Klassen

IPL
IPL mit dem Ziel eines Effektes auf das Zielgewebe

Hochfrequenz
Hochfrequenzgeräte, die elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder in einem Frequenzbereich von 100 Kilohertz – 300 Gigahertz

Niederfrequenz
Niederfrequenzgeräte 1Hz bis 100 kHz

Gleichstrom
Gleichstromgeräte ab 8 Milliampere pro qcm

Magnetfeld
Magnetfeldgeräte mit mehr als 400 Millitesla

Wer ist von den Auswirkungen der NiSV betroffen?

Die NiSV regelt den Einsatz von bestimmten Geräten, deren Behandlung generell eine Gefahrenquelle mit sich bringt. Arbeitet eine Kosmetikerin weitestgehend „händisch“ z.B. ohne den Einsatz eines Ultraschalls oder anderer von der NiSV betroffenen Geräte, ist ein Nachweis nicht notwendig.

Kommen in einem Kosmetik-Institut Geräte zum Einsatz (wovon auszugehen ist), die nach der NiSV ein Gefährdungspotential haben, muss nach aktuellem Stand bis zum 31. Dezember 2021 von jedem Anwender/jeder Anwenderin der Erwerb der Fachkunde nachgewiesen sein. Die Fachkunde besteht aus zwei Teilen/Modulen:

Modul 1
Grundlagen der Haut und deren Anhangsgebilde

Modul 2
Fachkunde der jeweiligen Technologie, die angewendet wird

Der Umfang der Nachweise ist vom Gesetzgeber festgelegt und für jeden Anwender/jede Anwenderin nachzuweisen. Eine Anerkennung bereits erbrachter Leistungen ist  nur für das Modul 1 möglich, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

NiSV Anerkennung/Befreiung

Die NiSV sieht eine Befreiung oder Anerkennung bereits erbrachter Leistungen nur bei dem Modul 1 vor. Der Nachweis ist nicht erforderlich, wenn:

Kosmetikausbildung über mind. 12 Monate
Eine staatlich anerkannte Ausbildung zur Kosmetikerin über mind. 12 Monate absolviert wurde

Staatlich geprüfte Kosmetiker/In
Der Bildungsgang „Staatlich geprüfte Kosmetikerin“ absolviert wurde

Kosmetik Meisterprüfung
Eine Meisterprüfung in der Kosmetik erfolgte

Mind. 5 Jahre Berufserfahrung
Bis zum 31.12.2021 eine berufliche Praxis über fünf Jahre nachgewiesen werden kann.

Nachweis/Inhalte Modul 1

Die NiSV sieht unter Modul 1 einen Fachkundenachweis in Bezug auf Grundlagen der Haut und ihrer Anhangsgebilde vor. Die Anzahl der Lerneinheiten für den Erwerb der Fachkunde umfasst 80 Lerneinheiten.

Lerninhalte Modul 1 (Mindestanzahl LE 80)

  1. Anatomie
  2. Beurteilung der Haut
  3. Physiologie der Haut und ihrer Anhangsgebilde
  4. Überblick zu Anlagen zum Einsatz nichtionisierender Strahlung
  5. Kenntnisse über die Wirkung von Strahlung
  6. Aufklärung von Personen
  7. Übungen
  8. Praktikum
  9. Prüfung

Nachweis/Inhalte Modul 2

Der Schulungsumfang des 2. Moduls ist von der jeweils angewendeten Technologie abhängig. Der Fachkundenachweis ist erforderlich für alle Kosmetikerinnen – auch mit staatlich geprüftem Abschluss und/oder mit Kosmetik-Meistertitel. Die NiSV sieht seit keine Anerkennungen/Ausnahmen vor. Jeder Anwender/jede Anwenderin muss spezifisch auf die jeweilig genutzte Technologie, also die im Studio oder Institut genutzten Geräte, einen Nachweis erbringen.

Es reicht nicht aus, das z.B. die Inhaberin eines Instituts über einen Nachweis verfügt. Die NiSV verlangt hier eindeutig, das jeder Mitarbeiter/jeder Mitarbeiterin einen Fachkundenachweis besitzen. Ohne den Nachweis dürfen Anwender/Anwenderinnen Behandlungen mit bestimmten Geräte nicht mehr ausüben.

Der Fachkundenachweis beinhaltet gesetzliche Grundlagen sowie Anatomiekenntnisse und Kenntnisse der Physiologie der Haut und ihrer Anhangsgebilde. Weiterhin sind Kenntnisse der physikalischen Grundlagen der angewendeten Technologie und biologische Wirkungen dieser Technologien erforderlich. Auch Aufklärung über Risiken und Kontraindikationen der angewendeten Technologien sowie Behandlungsparameter und Grundlagen der Gerätetechnik nachzuweisen. Eine detaillierte Anwendungsplanung der angewendeten Technologien sowie die Aufklärung der behandelten Kunden und deren Dokumentation sind ebenfalls Pflicht.

Die Anzahl der Lerneinheiten für den Erwerb der Fachkunde spezifisch auf die jeweilig genutzte Technologie umfasst insgesamt 224 Lerneinheiten, aufgeteilt in

  • Optische Strahlung è120 Lerneinheiten
  • Magnetische Strahlung (Hochfrequenz) è40 Lerneinheiten
  • Elektromagnetische Felder (Niederfrequenz) è24 Lerneinheiten
  • Ultraschall è40 Lerneinheiten

Fachkunde-Modul „Optische Strahlung“

Modul 2, Teil C: Fachkunde-Modul „Optische Strahlung“ – 120 Lehreinheiten (LE)

Die Fachkunde für die Anwendung von Lasereinrichtungen und intensiven Lichtquellen wird durch die erfolgreiche Teilnahme an einer Schulung mit den Lerninhalten des Moduls „Grundlagen der Haut und deren Anhangsgebilde“ und einer Schulung mit den Lerninhalten des Moduls „optische Strahlung“ erworben.

Der Umfang der Schulung beläuft sich auf 80 LE aus Modul 1 und 120 LE aus dem Fachkundenachweis zur optischen Strahlung.

Fachkunde-Modul „Elektromagnetische Felder (Hochfrequenzgeräte) in der Kosmetik“

Modul 2, Teil D: Fachkunde-Modul „Elektromagnetische Felder (Hochfrequenzgeräte) in der Kosmetik“ – 40 Lehreinheiten (LE)

Die Fachkunde für die Anwendung von elektromagnetischen Feldern am Menschen durch Hochfrequenzgeräte zu kosmetischen Zwecken wird durch die erfolgreiche Teilnahme an einer Schulung mit den Lerninhalten des Modes Moduls „Grundlagen der Haut und deren Anhangsgebilde“ und einer Schulung mit den Lerninhalten des Moduls „Elektromagnetische Felder in der Kosmetik“ erworben.

Der Umfang der Schulung beläuft sich auf 80 LE aus Modul 1 und 40 LE aus dem Fachkundenachweis zur elektromagnetischen Feldern (Hochfrequenz).

Fachkunde-Modul „Elektromagnetische Felder (Niederfrequenzgeräte) in der Kosmetik“

Modul 2, Teil E: Fachkunde-Modul „Elektromagnetische Felder (Niederfrequenz-, Gleichstrom- oder Magnetfeldgeräte) zur Stimulation“ – 24 Lehreinheiten (LE)

Die Fachkunde für die Anwendung von elektromagnetischen Feldern am Menschen durch Niederfrequenz-, Gleichstrom- oder Magnetfeldgeräte zur Stimulation wird durch die erfolgreiche Teilnahme an einer Schulung mit den Lerninhalten des Modes Moduls „Elektromagnetische Felder zur Stimulation“ erworben.

Der Umfang der Schulung beläuft sich auf 80 LE aus Modul 1 und 24 LE aus dem Fachkundenachweis zur elektromagnetischen Feldern (Niederfrequenz).

Fachkunde-Modul „Ultraschall“

Modul 2, Teil F: Fachkunde-Modul „Ultraschall“ – 40 Lehreinheiten (LE)

Die Fachkunde für die Anwendung von Ultraschall wird durch die erfolgreiche Teilnahme an einer Schulung mit den Lerninhalten des Moduls„Grundlagen der Haut und deren Anhangsgebilde“ und einer Schulung mit den Lerninhalten des Moduls „Ultraschall“ erworben.

Der Umfang der Schulung beläuft sich auf 80 LE aus Modul 1 und 40 LE aus dem Fachkundenachweis zum Ultraschall.

Ärztevorbehalt

Nach der NiSV dürfen einige Geräteanwendungen, wie z.B. ablative Laseranwendungen, Entfernung von Tätowierungen und Permanent Make-up oder hochfokussierter Ultraschall, der die Integrität der Epidermis als Schutzbarriere verletzt, ab dem 31.12.2020 nur noch von approbierten Ärzten durchgeführt werden.

Gleiches gilt für Verfahren zur Reduzierung des Fettgewebes (Lipolyse) mit allen der von der VO betroffenen Technologien. Auch hochfokussierter Ultraschall, der die Integrität der Epidermis als Schutzbarriere verletzt, darf nur noch von Ärzten angewendet werden. Die Anwendung dieser genannten Geräte/Technologien ist demnach ab 31. Dezember 2020 für Kosmetiker/innen verboten.

Das daraus resultierende Behandlungsverbot kann umgangen werden, wenn die Anwendungen von einem Arzt durchführt wird. Das Kosmetikinstitut muss in diesem Fall in der Zukunft für die Durchführung der Behandlung einen Arzt einzustellen.

Die Nachweispflicht approbierter Ärzte im Sinne der NiSV entfällt. Es ist aus aktueller Sicht unklar, ob Ärzte eine Fachkundeprüfung über die Bundesärztekammer ablegen müssen.

 

 

 

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